Soziokulturelles Zentrum "Die VILLA"
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familylab-Gesprächsabend: Schulangst

Ein Abend zum Thema „Schulangst". Vortragselemente und Dialogübungen wechseln sich ab.

am 26. Oktober 2017  | Beginn: 18:30 Uhr  | Ende ca. 21:30 Uhr
im Raum: Seminarraum


Lange Zeit hießen wir Angst an unseren Schulen willkommen. Sie stand sozusagen auf der Gästeliste und erfreute sich unter Pädagogen (und Eltern) zumeist größter Beliebtheit. Besonders jene Lehrer, die sich der Aufgabe verpflichtet sahen, Schüler gefügig und passgerecht zu machen, begrüßten es, wenn Kinder und Jugendliche aus Angst vor Sanktionen und Beschämungen den Kopf senkten. Das Schüren von Schulängsten zählte zum Repertoire der klassischen Lehrerautorität. Man könnte auch sagen: Klappern gehörte zum Handwerk. Also klapperten Lehrer, was das Zeug hielt, während Schüler zähneklappernd (oder zähneknirschend) darauf hofften, wegen „guter Führung” ungeschoren davon zu kommen. Wer die Klappe hielt, hatte ganz gute Chancen, in Ruhe gelassen zu werden. Die Vorlauten, die Abweichler, die Ungehorsamen mussten fühlen. Notfalls unter Zuhilfenahme des Stocks. Und wenn kein Stock zur Hand war - so berichtete uns unter anderem Arno Gruen aus seiner Schulzeit - beauftragte der Lehrer seine Schüler, einen passenden Stock zu besorgen.

Die Epoche des Stocks gehört glücklicherweise der Vergangenheit an. Ist damit auch das Phänomen Schulangst verschwunden? Meine Meinung: Nein. Schulangst steckt in jeder Pore unseres Schulsystems, erweist sich als äußerst wandlungsfähig und versetzt nicht mehr allein Kinder und Jugendliche in dauerhafte Alarmbereitschaft. Längst ist Schulangst zu einem Problem für Kinder, Jugendliche UND Erwachsene geworden. Immer mehr Schüler, Lehrer und Eltern leiden unter massiven Ängsten und destruktiven Angstbewältigungsstrategien.

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